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Tourismusstatistik

Worum geht es?

Der Rechtsrahmen der europäischen Tourismusstatistik wird aktuell novelliert. Mit der EU-Tourismusstatistikrichtlinie werden dann die Lieferverpflichtungen der Mitgliedsstaaten an die europäische Statistikbehörde EUROSTAT neu festgelegt.

Nachdem ein erster Entwurf im EU-Ausschuss für das Statistische Programm abgelehnt wurde, legte EUROSTAT den Mitgliedsstaaten Ende 2008 einen neuen Entwurf für die EU-Verordnung vor. Vor dem Hintergrund einer schleichenden Ausdünnung der amtlichen Gastgewerbestatistiken in Deutschland besteht hier Reformbedarf.

Dass die Zimmerauslastung nur noch für Beherbergungsbetriebe ab 50 Zimmern ermittelt werden soll, ist nicht sachgerecht. Nur zehn Prozent der Betriebe würden von der amtlichen Statistik erfasst und somit relevante Teilmärkte gänzlich ohne diesen betriebswirtschaftlich wichtigen Indikator auskommen müssen. Zimmerauslastungsquoten sind das aussagekräftigste Kriterium, an dem weltweit die betriebswirtschaftliche Situation des Hotelsektors und einzelner Häuser gemessen wird. Auch kleinere Betriebe verfügen heute über eine Hotelsoftware, die die Daten auf Knopfdruck liefern kann – sofern die von den statistischen Ämtern vorgegebene Erhebungsmethodik nicht wieder unnötig kompliziert ausfällt.

Unsere Position

Die Zimmerauslastungsquoten sind für die Hotelbranche ein wichtiges und unerlässliches Hilfsmittel, um die betriebswirtschaftliche Situation der Betriebe zu vergleichen und einzuschätzen. Dieses Hilfsmittel kann aber nur funktionieren, wenn die Daten der relevanten Betriebe in die Auswertung einfließen. Ein Zimmerlimit, mit dem nur noch zehn Prozent aller Hotels überhaupt erfasst würden, wäre insofern kontraproduktiv. Die Beschränkung ist auch überhaupt nicht nötig, da auch kleinere Unternehmen die notwendigen Zahlen mit wenig Aufwand erfassen können. Die Grenze für die Ermittlung der Zimmerauslastung sollte deshalb bei 20 Zimmern liegen.

Unsere Fragen an die Kandidaten

  • Werden Sie sich für eine Richtlinie einsetzen, die eine praktikable, nutzerfreundliche und dennoch repräsentative Tourismusstatistik ermöglicht?
  • Sind Sie auch der Auffassung, dass eine Auslastungserfassung ab 50 Hotelzimmern keine aussagekräftigen Daten liefern würde? und die Repräsentativität dadurch verloren geht?

 


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